Herzlich willkommen,

 

schön, dass ihr den Weg zu mir gefunden habt! Auf dieser Seite lade ich euch ein, etwas tiefer in meine Schreibwelt einzutauchen und auch ein bisschen mehr über mich persönlich zu erfahren.

Ein herzliches Dankeschön möchte ich von hier an meinen Cousin Martin nach Erfurt schicken, ohne den diese Seite in dieser Form nicht das Licht der Welt erblickt hätte.

 

Genug des Vorworts! Viel Spaß beim Durchklicken!

 

Stefan Läer

 

 

 

Kabarett der Buchstaben

Lust auf eine kurze Geschichte?

 

Eines Tages stritten sich die Buchstaben der Buchstabensuppe darüber, wer von ihnen der wichtigste Buchstabe sei.

„Ich bin der Anfang, ohne mich gäbe es gar kein Alphabet“, tönte das A vorlaut vorneweg.

„Kein Anfang ohne Ende“, konterte umgehend das Z, „denn das beste kommt bekanntlich zum Schluss. Und außerdem trägt das Wort Zentrum auch meinen Anfangsbuchstaben.“

„Der letzte und damit wichtigste Buchstabe im Alphabet bin ja wohl ich“, wandte das O ein. „Wie heißt es so schön: Alpha und Omega. Das griechische Alphabet ist an dieser Stelle doch wohl höher zu werten als das lateinische!“

„Ich bin der wichtigste Buchstabe, ich komme einfach am häufigsten vor“, rief das E, „fragt mal die Kinder, die Galgenmännchen spielen.“

„Ich komme aus der goldenen Mitte und bin der erste Buchstabe des Wortes König“, protzte das K.

„Nele heißt der wichtigste Mensch, den ich kenne, und mit mir fängt ihr Name an“, warf das N ein.

„Ohne mich wäre das Glück ein Lück“, sagte das G.

„Wo wir schon bei Anfangsbuchstaben sind … Das Herzstück bin ohne Zweifel ich“, prahlte das H.

„Pah, niemand gibt den Anfang so oft für romantische Wörter wie Morgentau, Mondscheinsonate oder Märchen“, murmelte das M verträumt.

„Da können wir aber locker mithalten“, schaltete sich das F ein, das sich vorher mit dem S abgesprochen hatte. „Denkt nur einmal an Frühlingserwachen, Freiheitsdrang und Fernweh.“

„Oder Sternstunde, Sonnenuntergang und Sommernachtstraum“, ergänzte das S heftig nickend.

„Ihr mit eurer Romantik!“, entrüstete sich das W. „Es geht auch darum, einmal praktisch zu denken: Ohne mich wäre das WC-Schild bloß ein C und die Leute würden sich in die Hose machen.“

„Exoten wie mich braucht diese Suppe!“, rief das Y. „Mit mir fängt wirklich gar nichts an, gerade deshalb kann ich euch unabhängig regieren.“

„Unabhängig beginnt in erster Linie mit mir“, brüllte das U. „Darüber hinaus muss sich das K nicht wie ein König aufführen, wenn es sich gleichzeitig für das Wort Kakerlake verantwortlich zeichnen muss. Und an das S gerichtet kann ich nur sagen: Sternstunde, Sonnenuntergang und Sommernachtstraum klingen zwar wie Musik in meinen Ohren. Aber wo bleibt da die Verantwortung für Wörter wie Scheißhaufen oder Schmeißfliege? Ich meine, das ist doch janusköpfig …“

„Ganz meine Meinung! Das M tut mit Morgentau, Mondscheinsonate und Märchen so scheinheilig, dabei ist es eigentlich ganz mordlüstern“, pflichtete ihm das W bei.

„Und das P ist hier so still, dabei steht es für Popel, Po und Propaganda. Wir sollten mit allen Mitteln dagegen vorgehen!“, schrie das U, das nun fast vor Erregung aus der Suppe sprang.

„Dann müssen wir aber nicht nur das P bekämpfen, sondern auch das E. Es meint wichtiger zu sein, weil es häufiger in der Suppe schwimmt als ich, dabei ist es nicht einmal jugendfrei. Das Wort Erotik kommt nicht von ungefähr“, brüllte das Y so laut es konnte gegen den aufkommenden Lärm an.

So stritten die Buchstaben noch eine ganze Weile, bis dem Koch das Geschrei zu Ohren kam und er an seinen Kochtopf trat. „Ihr Narren“, sagte er, „wieso streitet ihr euch und haltet nicht zusammen? Am Ende des Tages kommt ihr doch alle in denselben Magen.“

 

© Stefan Läer