Terrick fuhr mit den Händen über den weichen Ledersessel und stöhnte. Er hatte schlecht geschlafen und es kam ihm so vor, als bestünde sein gesamter Rücken aus harten, aneinanderreibenden Holzscheiten. Der 26. Dezember. Heute musste etwas geschehen.

Mit einem Ruck überwand er seinen inneren Schweinehund und sprang auf. Er musste hier raus. Komplett. Nicht bloß ins Nachbarbüro. Auch nicht in eines der Labore, von denen er sowieso für den Moment genug hatte. Er musste raus, heraus aus diesem Glaspalast, der X’t Ceti und ihn gefangen hielt. Weiter weg. Plötzlich fest entschlossen, setzte er seine müden Knochen in Bewegung. Er würde nicht eher stehen bleiben, bis er den Sinn des Lebens in einem Wort zusammengefasst hatte. Auf welche platten Ideen er bisher gekommen war: Arbeit, Versunkenheit, Neugier, Eifer, Freude, Spaß, Effizienz – Letzteres hätte Moellender wahrscheinlich ganz gut gefallen. Terrick schnaubte verächtlich. Allein der Gedanke widerte ihn an. Mittlerweile war er bei „Fortpflanzung“ angelangt. Aus biologisch-evolutionstheoretischer Sicht hätte er sich durchaus damit anfreunden können. Aber das war zu frustrierend für einen Psychologen.

Kaum hatte er sein Büroportal hinter sich gelassen, da kam ihm ein zynischer, aber lustiger Einfall. Wie wäre es vielleicht mit „Moellender“ als Sinn des Lebens? Er stellte sich vor, wie sein Chef reagieren würde, wenn er tatsächlich einen solchen „Sinn“ präsentiert bekäme. Wahrscheinlich würde er vor Freude einen Luftsprung mit doppeltem Salto vollführen, mit seinem Maschinengewehr drei Freudenschüsse durch die Decke donnern lassen, um ihm anschließend herzend um den Hals zu fallen. Terrick musste schmunzeln.

Noch wahrscheinlicher war jedoch, dass Moellender diese Erklärung für einen Aberwitz halten und ihm fristlos kündigen würde. Sein Chef war nicht dumm und außerdem immun gegen jedwede Schleimerei – zumindest fast.